Sagenbringer- Haradrim
Stolze Verführte
Mit Haradrim hauen Sagenbringer die zweite Single ihres anstehenden Albums „Sagendarium“ raus. Ob das ganze ein gelungener Kriegszug der südlichen Kämpfer ist und unsere Prognose für das bevorstehende Album, erfahrt ihr jetzt.
Bevor ich auf die musikalische Qualität eingehe, möchte ich einmal herausstellen, wie gut es Sagenbringer gelungen ist, die Geschichten Tolkiens und die damit transportierten Gefühle, in ihre Musik zu übertragen.
Die Haradrim werden in Tolkiens Werken nicht einfach als eine Art Gegenstück zu den edlen Menschen Gondors gestellt, sondern werden auch als Menschen gezeigt die durch eine vorangegangene Kolonialisierung der Númenórer und Gebietskonflikte mit ihnen sowie verletztem Stolz tiefe Wunden davongetragen haben.
Daher war es für Sauron ein leichtes die Stämme der Haradrim zu manipulieren, ihren Groll zu einem Hass hochkochen zu lassen, und sich selbst als eine Art Gottkönig zu stilisieren und die Haradrim zu indoktrinieren. Oder um es mit Tolkien zu schreiben, der die Gedanken des Samweis beschreibt „Er fragte sich, wie der Mann hieß und woher er kam; und ob er wohl im Herzen wirklich böse war, oder welche Lügen oder Drohungen ihn auf den langen Marsch von seiner Heimat weggetrieben hatten; und ob er nicht lieber in Frieden dort geblieben wäre …“
Warum schreibe ich das jetzt alles fragt sich der nicht LOTR-Fan jetzt sicher. Meiner Meinung nach gelingt es den Jungs von Sagenbringer unglaublich gut genau diesen Fanatismus und die Wut, welche die Haradrim antreibt zum Ausdruck zu bringen.
Der Song steigt mit Harfenklängen ein, um dann von einem treibenden Rhythmus nach vorn gepeitscht zu werden. Haldruhir schafft es den Gedankengang der Krieger, zwischen der Grausamkeit des Krieges und seiner Verheerungen, der zurückgelassenen Familie und der Verdrängung dieser Gefühle beim Erklingen des Kriegshorns sehr gut abzubilden.
Fazit: Ein Song, der beim ersten Hören schon Spaß macht, aber beim Eintauchen in die erzählte Geschichte noch deutlich mehr Tiefe zu bieten hat. Sagenbringer tun genau das, was sie mit ihrem Namen und ankündigen und erzählen mitreisende, lebendige Geschichten in einem musikalischen Gewand, das kaum einen Metalhead unbewegt lassen dürfte. Wir freuen uns schon darauf, Sagendarium auf die Ohren zu bekommen.
Danke fürs Lesen und bleibt Metallisch \m/
Christian Peeck, Moschpitkombinat 2026
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