Lords of Salem: Supersonic Vampire Pussy

Ein kleiner Cassic-Horrortrip

Supersonic Vampire Pussy, was klingt wie ein innovatives Produkt aus der neuen Produktpallette der Erwachsenenshops deines Vertrauens, ist der Name des aktuellen Albums der Stuttgarter Band Lords of Salem. Ob das Werk genau so sexy geworden ist, wie sein Titel erfahrt ihr jetzt.

Das ganze Album ist von einer beklemmenden Stimmung, die teils durch die Instrumentierung und teils durch eine sehr prägnante Lyrik verursacht wird.

Exemplarisch dafür, ist bereits der Opener The Hills Have Eyes. Die Lords zeichnen mit stürmischen Gitarren, dass Bild einer Welt in der das Atomzeitalter apokalyptische Auswirkungen hatte und eine verstrahlte Ödnis voller Gefahren hervorbrachte. Besonders eindringlich, bohrt sich die Tonbandaufnahme Robert Oppenheimers ins Ohr, der nach dem erfolgreichen Trinity Atombombentest am sechzehnten Juli 1945 reflektierte: „Nun wurde ich zum Tod dem Zerstörer der Welten“.

Weiter geht es mit Miss Demoness. Hier werden das erste mal die Gothic-Rock Einflüsse deutlich erkennbar. Sänger Postel tauscht die Aggression des Vorgängertitels, gegen sonoren, klassischen Gesang der durch die treibenden Drums und Riffs dringt.

Blood Orgy ist für mich ein Highlight des Albums. Sprechpassagen, die aus alten Horrorfilmen stammen könnten, Schreie und lustvolles Stöhne, setzen einen Gänsehautinspirierenden Hintergrund für Postels swingende Stimm, die fröhlich zu einer schaurigen Party lädt. Der Refrain hat wie auch später,  Supersonic Vampire Pussy, absolutes Mitsingpotenzial und geht ins Ohr. Beide Tracks erinnern sehr an Alice Cooper der 80er Jahre. Für mich die zwei Partystücke des Albums wenn man so will.

German Zombie Attack zauberte mir als alten Zombiefilmfan ein Lächeln ins Gesicht. Die Lords schaffen es durch Sirenen und instrumentale Wucht, sowie einzelne gut gesetzte Soundeffekte, eine kleine Zombieapokalypse ins Kopfkino zu zaubern.

Der sich anschließende Titeltrack, Supersonic Vampire Pussy ist wie schon umrissen, extrem kurzweilig, humorvoll und lädt zu Körper und Stimmertüchtigung ein.

Ganz anders wird es bei Eternal Love. Ein getragenes Piano Stück, das nicht wie der Titel vermuten lässt, eine schöne Ballade ist, sondern von Obsession und Mordfantasien berichtet. Textlich wie musikalisch ein beklemmendes Stück.

Summoned From Their Grave ist wohl der Song des Albums, der vor allem im Refrain die meisten Gothic Vibes verströmt. Während er von schiefgegangener Necromantie erzählt.

1000 Ways To Die geht dann nochmal richtig hart ran. Dabei ist er aber sehr fein abgestimmt. Mit der richtigen Prise Synthesizer und gruseligen Chören, die für eine Kälte im Hintergrund sorgen.

Carnivore stellt den Abschluss des Albums dar. Ein harter Song mit zusätzlichem Gruseleffekt, durch die mittlerweile vom den anderen Songs gewohnten Tonbandaufnahmen, in denen diesmal ein Kind immer wieder die Frage stellt ob man nicht zum Abendessen bleiben wolle. Diese Aufnahmen, vermitteln zugleich auch ein Gefühl von klischeehafter 50er Jahre U.S. Idylle die ein Bild der Normalität zeichnet hinter der sich jedoch ein Monster versteckt.

Fazit: Ein kurzweiliger und rockiger Ausflug von Geisterbahn bis zu menschlichen Abgründen.

 

Danke fürs lesen und bleibt metallisch \m/

 

 

Christian Peeck

Moshpit Kombinat 2026

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