Gelungener Kuchen mit einem Sahnesteif

 

Von Zeit zu Zeit, spült einem der Instagramalgorhythmus etwas bemerkenswertes rein. So ging es mir gestern. Nichtsahnend scrollte ich durch meinen Feed und da kamen Halysis auf mich zu. Mit dem Song, Of Static Slumber, bewarben sie ihre gleichnamige EP. Melodic Deathmetal mit Coreelementen? Mehr musste ich nicht wissen um mir das Stück mal auf die Ohren zu packen.

Die finnischen Deathmetaler haben es sich, wie sie selbst angeben, zur Aufgabe gemacht eine musikalische Reise, durch die Gedankenwelt eines Komapatienten, zu gestalten. Noch bevor die ersten Klänge ertönen, macht das Coverartwork von Nico Antilla das zum ersten mal deutlich.

Die ganze EP ist so gestaltet, das sie wie ein einziger langer Song wirkt. Durch geschickte Breakdowns und Übergänge sind die Einzelstücke fein miteinander verwoben.

Sanfter Regen, zurückhaltende Streichinstrumente und langsame, doch schneller werdende Gitarrenklänge eröffnen leise diese Reise, bis uns der scharfe Klick zweier Drumsticks, in eine aggressiv aufspielende Basedrum und schnelle Overdrivegitarren wirft.

 A Fleeting Memoir, eine sich verflüchtigende Erinnerung, ist der Name des Openers und sofort ist zu spüren das sich das Stück zwischen den zwei Polen Wut und Angst abspielt. Wut über die Ausweglosigkeit der Situation  und Angst vor der drohenden Zukunft.

So geht es auch erst einmal weiter, bis mit  For I Shall Prosper ein ruhiges Zwischenspiel beginnt, in dem reminisziert wird über vergebene Chancen und die Hoffnung auf eine mögliche Zukunft angesprochen wird.

Der Titeltrack, Of Static Slumber bildet ein besonders melodisches Ende der Reise. Klara Bachmair von der Band Firtan unterstützt tatkräftig mit ihrem virtuosen Violinenspiel und auch die Gitarrenriffs stehen dem in nichts nach. Abgerundet wird das ganze von der Stimme Henry Hämäläinens, dessen faszinierende Stimmkontrolle von Scream- und Cleanvocals ist ein Highlight des ganzen Werkes.

Als besonderes Schmankerl, haben die Finnen alle Songtitel der EP so zusammengestellt, dass sie ein Gedicht ergeben, mit dem ich euch gern entlassen mag.

Zuvor aber mein Fazit: Melodic Deathmetal mit künstlerischem Anspruch, der voll und ganz erfüllt wird. Eine gelungene  Platte sowohl zum philosophieren, als auch einfach zum Headbangen.  Bleibt metallisch Freunde.

Nun zum lyrischen Abschluss:

A Fleeting Memoir

Where My End Was Bestowed

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