Marilyn Manson: One Assassination under God Part 2

Wir haben uns für euch das neue Marilyn Manson -Album- One Assassination under God Part 2 auf die Ohren gepackt. Ob das Ganze ein Angriff auf den Gehörgang wird oder doch ganz gut runtergeht, lest ihr jetzt.

 

Persönlich habe ich Mansons Karriere nie wirklich verfolgt. Außer die großen Hits habe ich wenig von ihm mitbekommen. Zuletzt kam er in meinen Fokus mit unrühmlichen Nachrichten. Anschuldigungen sexueller Gewalt standen im Raum, die für einen Karriereknick sorgten. Zu Beginn des Jahres 2025 wurden die Anschuldigungen erst fallen gelassen, doch hat im Januar dieses Jahres ein Richter einen der Fälle erneut aufgenommen. Es dürfte also auch abseits der Musik weiterhin einiges im Leben des Brian Hugh Warner, wie der Mann hinter der Kunstfigur heißt, an Neuigkeiten geben.

 

Was brachte mich als Nicht-Enthusiasten nun also dazu, Mansons neues Werk mehrfach anzuhören? Ich denke, es ist am Ende einfach der Neugier zuzuschreiben. Er nahm einen so großen Platz in der Popkultur der 00er-Jahre und auch im Musikkonsum meines damaligen Freundeskreises ein, dass mich die Neugier – oder vielleicht auch die Altersmilde – nun doch zur Analyse getrieben hat.

So viel aber schon mal vorweg: Ich bin nicht enttäuscht worden.

Die LP beginnt mit dem Titel „Unalive“, einem unheilverkündenden, getragenen Einstieg und Mansons unverkennbarer, ruhiger Singstimme, die dem Hörer dann im harten Refrain „Eyes may cry but I’ll never weep“ entgegenschreit. Vermutlich als Rebellion gegen das von Manson als ungerecht empfundene mediale Echo auf seine Person. Musikalisch sticht zudem hervor, dass der Song im Verlauf immer mehr psychedelische Züge annimmt, was ich sehr stimmig finde.

„Don’t Answer the Door“ wird dann eine ganze Stufe dunkler. Bass und Synthesizerklänge überwiegen und eine drückend-eisige Atmosphäre wird aufgebaut.

„Front Toward Enemy“ ist eines der Prunkstücke dieses Albums. Das Stück hat alles, was man von einem Industrial-Rocksong möchte. Ich habe mich ein bisschen ins Jahr 2002 zurückversetzt gefühlt und wollte schon bei VIVA „Get the Clip“ abstimmen, habe dann aber realisiert, dass ich einfach alt bin. Ernsthaft: ein sehr gelungener Song.

„All the Vilest Things“ ist deutlich langsamer als sein Vorgänger, setzt aber mit Synthesizern und schön verzerrten Gitarren genau an den richtigen Stellen Akzente. Geht ins Ohr.

„All of the Suns“ scheint sich sehr in der Depeche-Mode-Kiste zu bedienen, hat aber einen eingängigen Refrain.

Eine weitere Säule des Albums ist für mich der Song „Exit Wound“. Am ehesten könnte ich mir den Song in einer Clubszene in einer Neuauflage der „Blade“-Filme vorstellen. Kurzum: Das ist ein Song, an den ich denken würde, wenn mir jemand sagt: „Manson hat was Neues draußen.“

Fazit: Mit eingängigen Melodien und lyrisch interessanten Texten schafft es Marilyn Manson, eine LP vorzulegen, die auch dem Außenstehenden Lust macht, tiefer in seine Diskografie einzutauchen. Doch auch der gestandene Manson-Fan sollte auf dem Album Stücke finden, die ihm gefallen. Eine Platte, um abzuschalten und die Gedanken von der Musik tragen zu lassen.

 

Danke fürs lesen und bleibt metallisch \m/

 

Christian Peeck, Moshpit Kombinat 2026

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