So eisig wie der Schwarzwald im Winter

 Die Schwarzmetaller von Finsterforst haben mit Still ein neues Werk vorgelegt. Für das beeindruckende Coverartwork, zeichnet der Künstler Yaroslav Gerzhedovich verantwortlich, wie die Schweizer Kollegen von Metal Factory berichten. Still heißt es und ob es das hält was es verspricht oder doch lieber in der Einsamkeit des Waldes verbleiben sollte erfahrt ihr jetzt.

Rein geht’s mit den Songs Obduktion und Herbstwanderung. So kalt wie die zu obduzierende Leiche präsentiert sich der Opener mit Chören und einer dichten gespenstischen Atmosphäre. Sie ist es auch, die den sozialkritischen Charaktere des Textes gut durchstechen lässt.

Im ganzen Album zieht sich diese Note durch. Ein ständiger widerstreit zwischen Angst, Wut, Leere und Sinnsuche.

Herbstwanderung, Knie nieder, im Wind und Stille Nacht führen in einen musikalisch härteren Mittelteil. Hier werden die Choräle und Synths erst in den Refrains gezündet. Besonders hervorzuheben ist hier Stille Nacht. Der Song beschäftigt sich mit dem Krieg thematisiert die Gefühlswelt zwischen Angst, Friedenssehnsucht und der Zerstörungswut des Krieges, die in letzter Konsequenz eine stille, leere und beklemmende Nacht zurücklässt.

Dem entgegen steht mit Fels ein eher an Lagerfeuerromantik erinnernder, Akustiktrack. Die beschwingte Instrumentierung steht jedoch auch hier in krassem Gegensatz zu dem schweren Text.  

In eine epochale Klangwelt eröffnet sich dann dem Zuhörer in „Leere“. Der Name ist hier Irreführend, nimmt der Track doch mit über 24 Minuten den meisten Raum aller Songs des Albums ein. Auch musikalisch hat das Stück einiges zu bieten. Einer schnellen Eröffnung schließen sich melodische Gitarrensoli im Mittelteil an und schließlich bringen wieder Choral und Ambientklänge die nachhallende, angekündigte Leere.

Mit Another Brick in the Wall beendet schließlich eine melancholische Neuinterpretation des Pinkfloydklassikers das Album.

 

Fazit: Wer atmosphärischen Blackmetal im Stile der skandinavischen Genrevorreiter mag, ist hier genau richtig aufgehoben. Ein Sound für melancholische Stunden. Erwartet man jedoch nonstop Action sollte man lieber ein anderes Album belauschen.

Bewertung: 5 Sterne
2 Stimmen