Heldenverehrung mit leichten Abstrichen
Die Musketiere sind zurück. Nachdem sich dArtagnan schon auf der letzten Scheibe, Herzblut, zunehmend vom Mantel und Degen Thema entfernt haben, kommt nun mit Hymnen X Helden eine Hommage an Interpreten und Hits aus den verschiedensten Genres. Natürlich ordentlich im DArtagnan Stil aufgearbeitet. Ob das immer so gelungen ist erfahrt ihr jetzt.
Der Opener, welcher auch zugleich der Titeltrack ist, lässt keinen Zweifel was den Hörer erwartet. Hymnen, Helden und die Erinnerung daran, dass auch wenn man im sinkenden Boot sitzt, diese Lieder tragen können.
Das erste Cover ist Wake Me Up (feat. Piper.Ally). Gleich hier macht sich die erste Ernüchterung breit. Wenn auch kunstvoll gearbeitet, mag das Kleid aus Dudelsack, schweren Gitarren und Ben Metzners rauer Stimme nicht so recht passen.
Dafür trifft der zweite Titel, Holding out for a hero, genau den richtigen Ton. Bonnie Tyler wäre sicher stolz. Gleich zu Beginn setzt ein kraftvoller Gitarrenslide den Ton für den Rest dieses Brettes. Harte Riffs, unterstützt von den typischen Violinen und gut gesetzte Soli lockern den Song auf. Bens immer mal wieder durchdringender Falsettgesang, den man schon von Feuerschwanz kennt bildet ein Highlight und sorgt für Tiefe.
Weiter geht’s mit Crazy Train. Hier beißen sich die tapferen Recken ein wenig die Zähne aus. Es ist nicht so, dass der Prince of Darkness sich im Grabe umdrehen würde gewiss nicht, doch fehlt dem Song das Quäntchen Durchschlagskraft um dem Original wirklich gerecht zu werden.
Im Anschluss, liegt etwas in der Luft. Bei In the Air tonight, gelingt es der Band die grüblerische Atmosphäre des Phil Collins Klassikers mit Violineinsatz, Holzblasintrumenten und gezielten Slap-Percussions zu erzeugen. Kurz anschwellende Paukenschläge, kreieren dann den bekannten kräftigen Gegensatz des Mittelteils, der schon das Original zum Hit machte.
DArtagnans Interpretation von My Heart will go on fackelt nicht lange. Dudelsack und Powerakkorde machen klar, dass der Eisberg einfach aus dem Weg gescheppert wird.
Den Punkrockern von Greenday, wird mit Basketcase gehuldigt und zwar fulminant. Nicht zu weich und nicht zu hart, genau richtig. Unserer Meinung nach, der stärkste Song des Albums.
Punk scheint den Musketieren zu liegen, denn auch mit Alles aus Liebe, von den Toten Hosen, landen sie einen Volltreffer.
Wir nähern uns dem Ende mit Moonlightshadow. Der Titel profitiert stark von Metzners, fast operettenartig, anwachsender Stimme und dem schnellen Tempo, was ihn kurzweilig macht.
Die letzten drei Cover des Albums, Ein Kompliment von Sportfreunde Stiller, Go your own way der Folkrocker Fleetwood Mac und Believer von Imagine Dragons halten sich sehr nah am Original. Wer diese also mag, wird auch mit den Covern Spaß haben.
Den Abschluss bilden die Akustik Versionen der dArtagnan Titel: Für immer Dein, Herzblut, Helden X Hymnen und Farewell mit Paddy Gurdy, welcher als einziger der Unpluggedversionen wirklich hervorsticht.

Fazit: Eine Ehrerbietung mit ein paar Schwachstellen aber alles in allem ein solides Album.

Danke fürs lesen und bleibt metallisc \m/

Bewertung: 5 Sterne
1 Stimme