Schandmaul - Nosferatu: Ein unvergessliches Erlebnis

Mit gesetzten Segeln gen Veränderung

Als Thomas Linder 2023 seine Krebserkrankung öffentlich machte, ging ein Raunen durch die Mittelalter-Rock Szene. Furcht um Thomas mischte sich mit Genesungswünschen und der Frage: Wie wird es mit Schandmaul weitergehen? Zwei Jahre später war dann klar, Thomas hat den Krebs besiegt, doch wurde seine Stimme dabei so beschädigt, dass er 2025 das Mikrofon an Marco Klingel alias Till Herence abgeben musste. Till ist dabei kein Unbekannter, er begleitet Schandmaul schon seit 20 Jahren in unterschiedlichen Funktionen, doch ist der Verlust von Thomas’ Stimme, die viele von uns schon seit Jugendzeiten begleitet, eine große Umstellung.

Rein geht es mit dem Titeltrack „Nosferatu“. Gleich hier zeigt Till, warum er die erste Wahl zur Neubesetzung der Sängerposition war.

Wie wir schon auf dem Rockharz 2024 beobachten durften, ist er ein wahrer Showman. Es ist ein Genuss, wie sich seine Ausdrucksstarke, fast spielende Stimme an die Musik schmiegt und die Emotionen des Stückes noch mehr transportiert.

Man kann den Schmerz des singenden bildlich vor sich ausgebreitet sehen, wie er in einer Vollmondnacht trotzig verkündet: „Ich scheue nur ihr Licht, ich scheue nur der Sonne Licht.“ Eine strahlende Liebe besingend, die seine Sehnsucht entflammt, ihn fort zieht in eine fremde Stadt. Alles das, um dann desillusioniert zu konstatieren: „Finsternis ist die Gefährtin, Schmerz erfüllt mein ganzes Sein.“ Fortlebend in dem Bewusstsein, das Leben zu wollen aber im Untot gefangen zu sein.

Diese ganze Bandbreite stellt Till in einer Weise dar, dass sich mir als altem Nosferatu/Dracula Fan der Gänsepelz auf den Rücken legte.

Untermalt wird das Ganze in bester Schandmaul-Manier mit beeindruckender Instrumentierung und einem Chor der nur mit dem singen des Songnamens Schauer verursacht.

 

Nach diesem sehr dichten Titel geht es eine paar Stufen lockerer mit „An beiden Enden“ weiter. Ein richtiger Motivationssong über Leidenschaft und den Willen das Leben an den Hörner zu Packen und zu genießen.

 

„Sternensegler“ Wird, meiner Meinung nach der Größte Hit des gleichnamigen Albums werden. Dudelsack startet das Schiff, Overdrivegitarren und Tills schwingende Wärme machen das ganze zu einem Folkrock-Schlager.

 

Den Abschluss bildet „In der Hand“ ein Song mit dem die Band auch einiges aufzuarbeiten scheint. Mit Textzeilen wie „weder jetzt noch hier sind wir am Ende unserer Reise das Herz brennt lichterloh wir habens in der Hand wir geben keine Ruh um uns wird es niemals leise und ihr gehört dazu mit unserem Herzen in der Hand“ Wird eine Zukunft beschworen, die uns darauf hoffen lässt, dass noch einiges von Schandmaul kommen wird und das natürlich auch mit Thomas, der der Band als Songwriter, Gitarrist und Keyborder erhalten bleibt.

 

Fazit: Wir warten mit Spannung auf die Veröffentlichung des Albums Sternensegler

 

 

Christian Peeck, Moshpit Kombinat 2026

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