Mastodon- Marrow Deep

Dass Black Sabbath zu einer der Inspirationsquellen von Mastodon gehören, ist kein Geheimnis. Doch auf dem neuen Album wird das deutlicher denn je.

Es ist deutlich riffbetonter und zeichnet sich durch eine körperliche Schwere aus. Selbst Geezer Butler wurde als Gastmusiker eingespannt, nachdem man gemeinsam auf Sabbaths Abschiedsauftritt die Idee dazu hatte.

Das Album öffnet gleich mit dem psychedelischen Einstieg von „Babarians Blood“. Ein rauer Gesang bringt uns gleich auf die Spur und lässt uns nach einem industrialartigen Part in eine immer gehetztere Stimmung kommen.

Danach geht es mit „Poisonous Weapons“ sehr basslastig weiter und der Gesang wird zunehmend ozzyesque.

Mastodon knallen uns ein sehr kurzweiliges Album auf die Ohren. Immer wieder gibt es Stilwechsel wie in „Your Ghost“, wo es zum Ende hin einen beschwingten lateinamerikanischen Rhythmus gibt, der dann wieder mit äußerster Gitarrenhärte abgeräumt wird.

„In The Ruins“ hingegen wird an einigen Stellen fast grungig, um dann zum Ausklang mit epischen Gitarren zu überraschen. Songs wie „They’re coming for You“ gehen mit einem Stakkato rein und werden dann immer bedrückender und angsterfüllter, sodass sie an einen alptraumhaften Drogentrip erinnern.

„Moth and Bone“ ist meiner Meinung nach der technisch anspruchsvollste Song des Albums. Er beginnt mit einem anspruchsvollen Fingerpicking, wird von ruhigen Keyboardklängen begleitet und nimmt dann mit harten Gitarren Fahrt auf.

„The Vanishing“ mit Geezer Butler ist das Prunkstück des Albums. Sofort auffällig sind die „Planet Caravan“-artigen Klangwelten. Das Stück ist sehr schwer, fast schon dahinschleppend. Doch bietet er einiges an lyrischer Tiefe mit Zeilen wie: „The more we love, we suffer.“ Dann kriegen wir ein Solo geboten, das einfach zum niederknien ist. Wer da keine Mine verzieht, hat den Metal nie geliebt, sag ich. Anschließend sorgen Screams für ein Gefühl der Agonie. Jedoch nur kurz, dann ist es wieder, als wäre nichts gewesen, und die vorherige Ruhe stellt sich ein. Für mich das Meisterstück des Albums, das sich überhaupt nicht nach seinen 6 Minuten Spielzeit anfühlt.

„Three Fates“ ist unser Rausschmeißersong. Er beginnt ruhig, doch pünktlich zur Halbzeit explodiert das Ding. Ein creepy Elektrosample von etwas, das klingt wie Kirmesmusik, schließt sich an und wird von einem Solo unterbrochen. Danach wird der Song deutlich jazziger und von verzerrten Gitarren und Keyboard fulminant zum Abschluss geführt.

Fazit: Mastodon erschafft Butlersteins Monster, ohne dass es dabei Opfer gibt. Sie nehmen den Doom von Sabbath, schrauben das Ganze auf und versehen es mit Ihrer eigenen Note aus Stoner- und Sludge-Metal. Dann nähen sie es mit Mr. Butler himself wieder zusammen. Eine Hommage und eine Weiterentwicklung des eigenen Stils zugleich.

Danke fürs Lesen und bleibt metallisch. \m/

Christian Peeck, Moshpit Kombinat 2026