Bestiarium – Initium
Bestiarium – Initium Eine Blackened-Death-Symphonic-Metalband aus Berlin die sich erst 2024 gegründet hat, versucht nun mit ihrer ersten EP durchzustarten.
Doch erstmal zum Namen der Band um die 5 Musiker. Ein Begriff aus dem Mittelalter, welches ein bebildertes Tierbuch bezeichnet. Da zu dieser Zeit nur wenig zwischen Tier oder Fabelwesen unterschieden wird, ist der Begriff auch in der Gaming-Welt, wie zum Beispiel in Gothic nicht ganz unbekannt. Und damit wären wir auch direkt bei den Themen, welche von Bestiarium auf der neuen EP Initium behandelt werden. Es geht um fast vergessene Mythen und alte Sagen aus einer dunklen Zeit
Angefangen bei "Wendigo", einer menschenfressenden Kreatur, derer Erscheinung doch eher einem Dämon gleicht. Mit tiefem jedoch sehr sauberen Gegröhle, erzählt der Sänger HASTUR die düstere Geschichte, die einen direkt in die richtige Stimmung versetzt, man den Atem anhält und gespannt den melodischen Gitarren vom Lead-Gitarrist AES und der Rhythmus-Gitarre von NØX lauscht.
Weiter geht es direkt mit dem "Lied der Lorelei". Einer musikalischen Brücke, die mit Trommeln und leichten Chören auf das Lied der "Sirenen" vorbereitet. Einem furcherregenden Fabelwesen, dass unter anderem in der griechischem Mythologie auftaucht. Ein Mischwesen aus Frau und Vogel, welches einsame Seeleute mit ihrem betörendem Gesang in die Tiefen des Meeres und damit ins Verderben locken soll. Mit dem ballerdem Schlagzeug von WOLFDANCE und dem engelsgleichem Gesang der "Sirene", bleibt der Song fest im Ohr hängen und man bekommt ein gutes Bild vom Horror welcher sich in dunkler Nacht auf hoher See zugetragen hat.
Nicht weniger melodisch startet "La Llorona", eine Geistergestalt die ihre Ursprünge in der mexikanischen Folklore findet. Eine einst verzweifelte Mutter, die ihre Kinder ertränkt und nun mehr mit lautem, klagendem Weinen ihr Unwesen in der Nähe des Gewässers treibt. Die Geschichte wurde so ähnlich auch hier zu Lande den Kindern erzählt, um sie vom Wasser fern zu halten. Es ist mir beim Hören nicht schwer gefallen, mich ganz in dieser furchtbaren Geschichte wieder zu finden, da es sowohl textlich, als auch musikalisch sehr gut zum Hörer transportiert wird.
Vom donnerndem Bass MALEDICTUS´s untermalt geht es zu "Für immer alleine". Ein kraftvolles Werk mit melodisch, ruhigen Passagen, welche einem ein dunkles Zimmer mit Piano vor´s innere Auge führt. Der melancholische Text bringt eine ruhige, bedachte Atmosphäre in das Stück, welche es in keinster Weise abwertet, sondern sich perfekt in die EP einpasst.
Der Abschluss bringt "Chimära". Ein feuerspeiendes Mischwesen aus Löwe, Ziege und Schlange, dessen Ursprung sich in der griechischen Mythologie findet. Der Hades tut sich auf und so nimmt das Unheil seinen Lauf . Mit kräftigen Instrumenten und einem mächtigen Gesang findet das Stück den idealen Abschluss für diese EP. Mit einem Gitarrensolo im Mittenteil, nimmt Bestiarium nochmal Anlauf und scheppert ein kraftvolles Ende in die Boxen.
Abschließend kann ich persönlich sagen, es hat wirklich Freude bereitet, die Band zu entdecken und die erste EP Initium zu genießen. Spannend bleibt nur, wie geht es jetzt weiter? Eine Tour, einzelne Konzerte oder doch ab ins Studio und direkt die nächsten Meisterwerke produzieren? Wir bleiben auf jeden Fall dran!
Stefan Kraft, Moshpit Kombinat 2026