4 Tage Beer, Metal and good friends.
Wie auch schon in den Jahren zuvor, stand das Rockharz 2026 unter dem Motto: „Made of Beer, Metal and good friends“ und erfüllte dieses selbstgesetzte Ziel erneut mit der dem Festival eigenen Mischung aus Leidenschaft, Authentizität und Gemeinschaftsgefühl. Auf kaum einem anderen Festival gibt es eine so eingeschworene Gemeinschaft von Fans die Jahr für Jahr wieder auf den Flugplatz Ballenstedt pilgern um sich den Metalklängen hinzugeben. Doch auch die im Motto beschworene Freundschaft ist aller Ortens zu spüren so wurden angesichts der starken Böen am Donnerstag munter Zeltheringe getauscht und sich untereinander bei der Sicherung von Zelten und Pavillons geholfen. Die wohl größte Besonderheit des Festivals ist sein einzigartiges Inklusionskonzept. VIP Bereich und Tribünen sind für gehandicapte Metalheads barrierefrei betret- und befahrbar. Selbst auf eine Besteigung der Teufelsmauer musste niemand verzichten. Das Team kümmerte sich mit Hingabe und Freude um jeden der das Wahrzeichen des Festivals besteigen und den Ausblick auf das Gelände genießen wollte.
Musikalisch überzeugte das Harzer Hardrocktreffen auch wieder vollends. Den Anfang machte der Mittwoch im Zeichen der Nachwuchsgewinnung. HeavySaurus übernahmen die Darkstage und führten die Jüngsten an den Metal heran. Jedoch wurden auch einige Eltern dabei beobachtet wie sie ihre Nackenmuskulatur bereits erwärmten. Im anschließenden Meet and Greet brachten die Dinos dann noch so einige Kinderaugen zum leuchten.
Ein weiteres Highlight am ersten Tag bildeten die Paganmetal Urgesteine Ensiferum die spätestens mit ihrer Hymne „In my sword I trust“ die versammelte Menge Feierlaune zum kochen brachte.
Anschließend führten Paradise Lost und Black Label Society die Besucher auf die harte, dunkle Seite des Metals und zielstrebig zum Headliner Helloween hin. Die Hamburger führten mit einer fulminanten Show durch ihre über 40 jährige Bandgeschichte. Ein epischer Schlusspunkt für den ersten Tag.
Der Donnerstag stand im Zeichen des Sturms. Nicht nur wegen des Wetters sondern vor allem wegen der Newcomer Bands welche die Bühne stürmten. Sowohl die japanischen Powermetal-Ladies Hagane als auch Sagenbringer aus dem etwas weniger weit entfernten Norddeutschland bewiesen bei ihrem Rockharzdebüt das sie genau dorthin auf die große Bühne gehören. Direkt nachdem Sagenbringer die Besucher von der Rockstage aus in fantastische Welten führten, nahmen Dogma die Darkstage im Namen der Sünde in Beschlag sodass alle letztendlich sangen „Father I have sinned“. Den Abschluss des Abends bildete Alice Cooper der von seinem legendären Namen abgesehen leider eher blass blieb was nicht am Makeup lag.
Am Freitag legten Cypecore kompromisslosen Deathmetal auf die Verstärker. Gefolgt von Rauhbein die in ihrem Set viele Songs ihrer neuen Platte spielten. Besonders die Gassenhauer „Mein Kaff“ und „Erinner mich“ bewegten die die Fans eine zünftige Pit zu eröffnen. Die Apokalyptischen Reiter und P.O.D. führten danach viele der auf dem Infield wieder zurück in Jugendzeiten. Wenn auch etwas seltsam anmutend hatte das gemeinsame brüllen von „Youth of the Nation“ mit anderen Menschen jenseits der 30 Gänsehautfeeling. Die Thrashlegenden Kreator schlossen dann den Abend würdig und solide ab.
Der Samstag grüßte mit leichtem Wehmut. Trotz bald endenden Festivals, jedoch nicht ohne den heiligen Boden noch einmal ordentlich zum Beben zu bringen. Den Anfang machten Pinhead und Necroted mit harten, rhythmischen Klängen welche auch dem letzten die Müdigkeit der vorherigen Tage aus den Gliedern schüttelte. Crypta legte in gleicher Weise nach, bevor Majestica angeführt vom ehemaligen Sabaton Gitarristen Tommy Johanson die Gemüter mit ihrem vintage Powermetal wieder etwas kühlten. Die Verschnaufpause währte allerdings nicht lang den Annisokay nutzten ihr Heimspiel für einen ordentlichen Abriss und übergaben das Zepter dann an Fintroll die zum Tanz riefen. Da Edelgard leider mit feiern beschäftigt war, gab sich die andere Queen of Metal, Doro die Ehre mit zeitlosen Hymnen wie „All we are“ , „Burning Witches“ und „Für immer“ machte sie ihrem Titel alle Ehre. Im Anschluss baten Knorkator zu einer Mischung aus Musikshow und Familientreffen beteiligten sich doch zwei Sprösslinge der Spaßrocker am Set. Emperor verdunkelten mit melodischem Blackmetal nochmal die Nacht. Bevor Feuerschwanz mit ordentlich Pyro zum Schubsetanz luden, mit Doro Valhalla besangen, Siegfried dem Drachentöter gedachten und Tolkiens Welten Tribut erwiesen. Ein wirklich solider „Rausschmeißer“.
Mit etwas schwerem Herzen ging es dann am Sonntagmorgen auch für die Hartgesottensten heim. Doch nach dem Festival ist vor dem Festival und wir freuen uns schon auf 2027 mit Krachern wie: Alestorm, Bruce Dickinson, All for Metal, Skald und Arch Enemy um nur einige zu nennen.
Wir freuen uns drauf und werden für euch berichten. Natürlich: Live aus der Pit \m/