MPS Luhmühlen 2026
Das Finale des "alten" MPS
Wir haben am ersten September Wochenende das beliebte Mittelalter-Spektakel MPS besucht. Ein familienfreundliches Mittelalterfest welches über Jahre immer wieder großartige Band der Mittelalter und Mittelalterrock-Szene eine Bühne gegeben hat und dadurch mitverantwortlich an dessen Erfolg war. Ob die mittlerweile bekannten Bands der Szene wie Saltatio Mortis, Versengold und Mr. Hurley und die Pulveraffen, aber auch die wachsenden Bands wie Kupfergold oder die Habenichtse, die sich nun auch schon einen Namen in der Szene gemacht haben.
Doch bevor es ein gesamtes Fazit zum 2. MPS-Tag (Samstag) gibt, hier erstmal die selbst besuchten Liveauftritte im Einzelnen.
Die Habenichtse
Wer ein Konzert der Mittelalter-Folk-Band Die Habenichtse besucht, bekommt genau das, wofür die Truppe seit Jahren beliebt ist: ehrlichen Deutsch-Folk, jede Menge Humor und einen Sound, der niemand auf den Bierbänken hält.
Trotz dem einsetzenden Regen, direkt zur Eröffnung des Festivaltagen, beweisen Die Habenichtse einmal mehr, dass man kein Bühnenfeuerwerk braucht, um eine Verbindung zwischen Band und Publikum zu schaffem. Ein mitreißender Auftakt voller Schweiß, Schmunzeln und Schunkeln, trotz extremer Regengüsse und überschwemmten Platz vor der Bühne...diese Band ist absolut empfehlenswert für jeden Liebhaber der Folk- und Mittelalterszene.
Kupfergold
Wo Kupfergold auf der Bühne steht, verwandelt sich jeder Platz schon in den ersten Konzertminuten in eine feierwütige Taverne. Die Folk-Rock-Band lieferte ab der ersten Sekunde eine Show ab, die vor Energie, Witz und mitreißenden Melodien nur so strotzte.
Der Auftakt mit einem lauten "Fasanalarm", einer Menge lustiger Ansagen, hat die Menge spätestens bei "Und'n Tripper" komplett auf Betriebstemperatur gebracht.
Wer Kupfergold noch nicht live erlebt hat, verpasst definitiv eine der feierwütigsten Shows der Folk-Szene!
Mr. Hurley und die Pulveraffen
Wer glaubt, Piraten-Rock sei überholt und nur was für alte Seebären, wird von Mr. Hurley und die Pulveraffen eines Besseren belehrt. Deine neue Lieblings-Piratenband aus dem karibischen Osnabrück laden auch auf dem letzten "großen" MPS nochmal zu einer Piratenparty ohne Limit. Die 4 Erichsen-Geschwister liefern wie gewohnt witzige, aber auch teils tiefgründigen Grog'n'Roll bei dem kein Holzbein stillsteht. Ob auf einem Metalfestival oder dem nächsten Mittelalter-Fest um die Ecke, Mr. Hurley und die Pulveraffen sind immer zuverlässig und machen jeden müden Menschenauflauf zu einer Partymeute.
Mit einer klaren politischen Meinung, die ja aktuell nicht bei jedem Veranstalter gewünscht ist, brettern sich auch hier ein paar Noten auf die Bühne und reißen die feiernde Maße mit.
Kurzum...100% empfehlenswert. Diese Piratenband birgt Suchtpotenzial.
Versengold
Ohne den Musikern der anderen Bands auf dem MPS nahe zu Treten, aber Versengold bleiben für immer einer der wichtigsten Bestandteile dieser Veranstaltung. Früher hat diese Band, rund um Malte Hoyer, mehrere Konzertslots pro Tag gefüllt. Doch mittlerweile ist Versengold so beliebt, dass sie einen eigenen Headliner-Slot zur besten Zeit füllen und so gut wie alle Besucher in ihren Bann ziehen.
Diese Band ist über die Jahre eine regelrechte Ehe mit dem MPS eingegangen und hat nach meiner Auffassung auch den schönsten Abschied vom "alten" MPS geliefert. Ob es eine Neuauflage ihres Song "Die letzte Runde" mit passendem Text fürs MPS ist oder das wunderschön designte Shirt am Merchstand ist. Mit dem Versengold-Auftritt wurde der Abschied nicht wirklich leichter, aber dafür wahnsinnig emotional. Ob in der ersten Reihe vor der Bühne oder an einem der zahlreichen Feuerschalen rund um die Bühne.
Diese Band hat einfach die richtigen Worte gefunden und gesungen. Auch Versengold sind mittlerweile mit allen 6 Bandmitgliedern ein fester Bestandteil der Szene.
Last but not least
Saltatio Mortis
Die Töne der Nachbarbühne verstummen und die Masse vor der SaMo-Bühne jubeln in voller Lautstärke, als die ersten tiefen Bässe im Brustkorb vibrieren. Kein langes Fackeln, keine Zurückhaltung: Mit dem explosiven Auftakt von Saltatio Mortis bebt die Bühne. Binnen Sekunden verwandelt sich der Platz in ein einziges Meer aus erhobenen Fäusten und flatternden Haaren.
Alea der Bescheidene beweist ab dem ersten Ton, warum er zu einer der besten Frontmännern der deutschen Rockszene gehört. Seine Energie ist zu 100% ansteckend. Während die Pyrotechnik die Bühne in Flammen tauchen vermag und eine spürbare Hitzewelle durch die ersten Reihen jagt, rennt, springt und singt Alea gegen die dröhnenden Instrumente an.
Mit einem Klassiker nach dem anderen bringen die 6 Musiker die Menge zum Beben.
Zwischendurch gab es einen wunderbaren Mix aus der "guten alten Zeit" und auch hier brach das Publikum regelmäßig in extremen Jubel aus und sang jedes Wort mit voller Inbrunst mit.
Saltatio Mortis beweisen immer wieder, auch nach einem langen Festivaltag, hat man immernoch Reserven. Und genau diese Reserven kitzelt die Band Stück für Stück aus einem heraus.
Mit diesen Musikern und dessen gewaltigen Auftitt wurde der Abschied vom alten Konzept des Festivals mehr als gebührend gefeiert.
Was das MPS in Zukunft bereit hält ist noch nicht zu 100% bekannt.
Gewiss ist nur, dass es zu alten, familiären Strukturen zurück kehrt.
Die Eintrittspreise werden deutlich gesenkt und das Entertainment wird definitiv von vielen aufstrebenden frischen Künstlern mitgestaltet. Wer Dudelsäcke und Trommeln liebt, ist also auch in Zukunft perfekt auf dem MPS aufgehoben.
Stefan Kraft
Moshpit Kombinat 2026